Jasmins Welt

Jasmin unterwegs in der weiten Welt.....auf dieser Seite möchte ich euch gerne an meinem Leben in der Ferne teilhaben lassen. Viel Spass bei eurer virtuellen Reise durch meine Abenteuer....

Sunday, September 10, 2006

Mein kanadischer Sommer....

Ich habe euch ja in den letzten Wochen immer kurz und knapp ueber meine Abenteuer auf dem Laufenden gehalten. Begebt euch virtuell auf meine Spuren.....hier kommen meine besten Bilder der letzten Wochen bzw Monate.......

Kaum zuhause in Rade nach zwei Jahren in Dijon,ging es nach einer Woche Heimaturlaub auch schon wieder weiter....auf in die Ferne. Die Fussball-WM hab ich mir allerdings nicht nehmen lassen und mit meinen Maedels fleissig gefeiert.

Ich packe meine Koffer und nehme mit.......genau, was nehme ich mit???? Das war mein grösstes Problem an der ganzen Sache und so stand ich nun am 6.Juli mit einem Kofferberg in meinem Zimmer:bereit zum Abflug und mit wahnsinniger Vorfreude auf das Wiedersehen mit Susan.

Von Düsseldorf aus ging es dann zuerst einmal nach Toronto, von wo aus ich am nächsten Morgen weiter in Richtung Halifax geflogen bin. NAch einem tollen Empfang haben Susan und ich uns auch direkt auf den Weg nach Prince Edward Island gemacht.....PEI, genauer gesagt Summerside auf PEI, mein Zuhause für die ersten 6 1/2 Wochen.

Ich glaube ich hätte es nicht besser treffen können, denn dank Susan bin ich sozusagen von der gesamten Familie adoptiert worden: fiel auch gar nicht weiter auf, denn Susan und ich wurden sowieso jeden Tag mindestens ein Mal gefragt, ob wir Schwestern seien......tja, Seelenverwandschaft kann man manchmal eben auch sehen :-)

Mein erstes Wochenende in Kanada war ein bisschen wie eine Zusammenfassung des kanadischen (Insel)Lebens: Wochenende im Ferienhaus der Familie inklusive Wasserskifahren, Angeln im Motorboot auf dem Meer, ekelige Quallen fangen, Grillen ohne Ende, etc.
Nach 2 Wochen auf PEi habe ich dann einen Sommerjob in einem Hotel in Summerside bekommen.
Susan arbeitet schon seit Jahren jeden Sommer im Restaurant des Hotels und wollte mir dort ebenfalls einen Job besorgen. Nur leider kam es anders, als gedacht. Aus dem geplanten Job im Restaurant wurde leider nichts und ich bin stattdessen im Housekeeping untergekommen. Für alle, die gerade keine Ahnung haben, was man da so macht hier ein kurzes Profil des überaus anspruchsvollen Jobs: Hotelzimmer putzen, Betten beziehen und den Müll anderer Leute ausleeren...........super, da hab ich mich so richtig wohl gefühlt. Ich glaub ich hatte eine natürliche Begabung für den Job: erstaunlicherweise wusste ich schon nach zwei Tagen wie man die Betten macht und habe dann mal darum gebeten, dass man mir erklärt, wie die Bäder zu putzen sind. Trudy hat sich dann meiner angenommen und mich unheimlich "liebevoll" in die Kunst des Klo-und Duschwanne-Putzens eingeführt.......liebevoll meine ich vor allem in der Hinsicht darauf, dass sie ungefähr zwei Tage lang auf den Knien hinter mir her gerutscht ist um zu gucken, ob auch kein kleiner Wasserspritzer in irgendeiner (für keinen sichtbaren) Ecke zu finden ist. Ja, Trudy war so ein Sonderfall in der Truppe und es war glaube ich auch Trudy, die mir dann an meinem vorletzten Tag mein gesamtes Trinkgeld aus meiner Tasche geklaut hat.....sie wird mir also stets in guter Erinnerung bleiben!!!
Aber nun mal lieber zu den schönen Momenten meines Aufenthaltes in PEI. Susan und ich haben die Insel von links nach rechts durchquert und haben möglichst viel kanadisches Leben mitgenommen. Irgendein spontaner Ausflug stand eigentlich immer auf dem Programm und wir haben sogar ein internationales Wiedersehen in New Brunswick gefeiert: Sarabeth, Javier(Spanier), Susan und ich haben uns alle in Dijon kennengelernt und uns in diesem Jahr in Kanada wiedertreffen können.


Ansonsten haben Susan und ich PEI unsicher gemacht: Campen mit Hindernissen (der Freund von Susans Schwester hatte leider vergessen uns die Zeltstangen für sein Zelt mitzugeben)




spontaner Malausflug an einen einsamen Strand














Trivia-Abende (kanadisches Quiz in Bars) mit Susans Freunden, Bar-Touren in Charlottetown mit netten Bekanntschaften (Steve, der eigentlich aus Toronto kommt und für den kanadischen Fernsehsender CBC nun als Reporter in PEI ist; dazu später mehr,nette Fotos als Saloonladies verkleidet
, Bingo mit der ganzen Family,und viele andere Erlebnisse.
Ausserdem hab ich in der Zeit eine ganze Menge "lebenswichtiger" Dinge gelernt: wie riecht ein Stinktier? Was macht man, wenn man von einem Stinktier angesprüht wird? Was bekommt man, wenn man einen Eisbecher in "small" bestellt? Auf welches Pferd setze ich bei der Pferdewette? Wie schnell verändert sich die Farbe der Hummer, wenn man sie in kochendes Wasser schmeißt und noch wichtiger, wie schaffe ich es, nicht über den Tisch zu brechen wenn ich diese Viecher dann auch noch essen soll?.

Hinzu kommen noch die kanadischen Lebensweisheiten wie "verlasse niemals dein Auto, denn Kaffee, Geld und sogar Bier bekommst du sowieso im drive-thru" und "Kinder, esst noch viel mehr, denn euer Bauch schleift noch nicht über den Boden".

Ok, soviel zu der Lebensweise, die im krassen Gegensatz zu dem steht, was ich aus Frankreich gewohnt bin (und auch eigentlich viel lieber mag). Aber man gewöhnt sich ja an alles und mittlwerweile kann ich auch mit der etwas bequemen Lebensweise in Kanada umgehen.

Mein Aufenthalt hatte auch ansonsten noch weitere sehr gute Seiten: neue Bekanntschaften, die mir für meine weiteren Reisen durch Kanada unheimlich hilfreich waren. Da ich nach meinem Aufenthalt in PEI noch immer drei Wochen Ferien hatte, hab ich mich mehr oder weniger spontan zu einer Rundreise entschieden. Und zwar eine Rundreise der ziemlich besonderen, perönlichen Art: ich habe in meinen zwei Wochen an der Westküste nicht ein einziges Mal in einem Hotel geschlafen, sondern einfach meine ganzen Bekannte besucht.
Emily, eine Freundin die ich damals in Dijon kennengelernt habe, wohnt eigentlich in Calgary, war aber dann genau zur gleichen Zeit wie ich in Vancouver und hat mich einfach mal spontan bei ihrer Cousine untergebracht. So haben wir dann zu zweit Vancouver und Umgebung erkundet........und dieser Ort ist einfach der Wahnsinn. Eine Stadt, die wirklich alles zu bieten hat: Wälder (vor allem Stanley Park mitten in der Stadt), Strände, Meer, Berge stets im Hintergrund,.........
Und Emily kannte natürlich zufälligerweise auch noch andere Leute in der Gegend, genauer gesagt in Whistler, einem der edelsten Skigebiete Kanadas. Whistler ist ein wirklich verrückter Ort, an dem man sich die ganze Zeit fragen muss, ob man gerade in der Realität oder in einem Traum ist. Das Dorf ist belagert von Touristen, im Sommer vor allem Mountainbiker, und existert eigentlich nur für den Tourismus.......also ein total künstlicher Ort inmitten wunderschöner Berge. Ausserdem ist Whistler noch Austragungsort der olympischen Winterspiele 2012 und wir haben direkt mal die Gelegenheit genutzt, um im Bob Probe zu sitzen......mmh, nicht so wirklich bequem dieses Teil!



Dank Emily´s Freundin in Whistler haben wir wirklich drei tolle Tage erlebt: kostenlose Lifttickets, freier Eintritt in einen Wellness-Club (ich kam mir wie ein VIP vor: in hauseigenen Bademänteln am Pool, freie Getränke, Berge im Hintergrund.....), usw.
Nach diesen Bergerlebnis ging es dann wieder für 5 Tage nach Vancouver, zurück in die Großstadt. Langeweile kommt in dieser Stadt einfach nicht auf und so hatten wir eigentlich jeden Tag wieder neue Pläne, von entspannenden Strandtagen über Shoppingtouren downtown, einem Konzert bis hin zu Bootstouren war eigentlich alles dabei.
Und wer glaubt , dass es nach meiner Zeit in Vancouver direkt wieder nach "Hause" ging hat sich getäuscht.......das war erst der Anfang.

Emiliy und ich sind dann am gleichen Tag nach Calgary geflogen. Sie nach Hause, ich zu Luke, einem Freund, den ich auf Prince Edward Island kennengelernt habe. Dort angekommen hat er mich dann mit unserem Luxusschlitten abgeholt.......da kein Auto in der von uns reservierten economy class mehr da war, haben wir die Luxusklasse bekommen. In unserem Edelschlitten sind Luke und ich dann fünf weitere Tage durch die Gegend gefahren. Calgary, größte Stadt in der Provinz Alberta, ist eine vom Öl reich gewordene Stadt. Die Stadt boomt und nirgendwo sonst in Kanada gibt es so viele freie Jobs wie dort.
Die Stadt liegt eigentlich in den Prairies, aber am Horizont kann man die Rocky Mountains sehen. Natürlich haben wir auch einen Ausflug in die Rockies unternommen und uns die Berge, Flüße und die kristallklaren und türkisblauen Seen angeschaut........mein Lieblingssee: Moraine Lake......unwirklich türkises Wasser, umgeben von einem Gletscher.


Und dann mein Highlight: ein Schwarzbär direkt neben unserem Auto. Es ist dort keine Seltenheit, dass einem einfach mal so ein Bär über den Weg läuft. Überall stehen deshalb auch Verhaltensregeln für den Fall der Fälle und alle Mülleimer sind Bärensicher verriegelt. Na, Lust auf Wildcampen?????

Soviel zu meinen Abenteuern im Osten und Westen. Aber das war noch nicht alles, denn meine alltäglichen kleinen Abenteuer gehen auch in Guelph und Ontario weiter.
Nach meiner Rückkehr von diesem Trip, hatte ich eigentlich nur einen Tag Zeit in Guelph, bevor es zu einem weiteren Kurztrip nach Toronto ging.
Wie oben schon geschrieben, hab ich ja auf der Insel die Bekanntschaft von Steve gemacht, einem CBC-Reporter, der zur Zeit auf der Insel arbeitet, aber eigentlich aus Toronto kommt. Da er für die Ferien zurück nach Toronto geflogen ist, haben wir uns dort zu einem Sightseeing- und Partywochenende getroffen. Und da er ja bei CBC arbeitet, hab ich auch noch schnell eine private Führung durch die Fernsehstudios bekommen.......wie praktisch, so viele Leute zu kennen. Die unheimlichste Sache während unseres Stadttrips war der CN-Tower mit seiner Glasplatform. In circa 400Meter Höhe kann man sich auf eine Glasplatform stellen und bis auf den Boden runter schauen. Steve ist mal direkt grün im Gesicht geworden und hat es dann bevorzugt, neben dem Glas stehen zu bleiben und Fotos von mir zu schiessen, während ich auf dem Glasboden saß.......


Mittlerweile bin ich schon oft in Toronto gewesen und ich muss sagen, dass ich ein echtes Problem mit diesen nordamerikanischen Städten habe. Alles ist riesig, alles ist neu und modern und es fehlt einfach an Charme. Vancouver ist nicht so, aber alle anderen Städte entprechen dem gleichen Muster und haben einfach nicht die Atmosphäre, die zum Beispiel eine schöne europäische Stadt hat. Interessant ist es natürlich in so einer Stadt, aber stressig. Und so bin ich eigentlich jedes Mal froh, wenn ich nach einem Tag in Toronto wieder in mein Haus komme, um dann vor der Tür die tausend Eichhörnchen zu zählen ;-)
Ach ja, mein Haus: also mein Haus ist wirklich ein Haus und keine kleine Studentenbude. Dieses Haus teile ich mir mit einer Farnzösin und zur Zeit steht das dritte Zimmer leer. Wir haben einfach alles, was man braucht, sogar einen Garten und ne Terrasse................und vor allem haben wir Platz ohne Ende. Also, kommt alle vorbei, für Unterkunft ist gesorgt!!!!
Zu Guelph gibt es eigentlich nicht so viel zu sagen: die Stadt hat ebenso wenig Charme wie Toronto, ist weit ausgedehnt und macht natürlich allen Leuten ohne Auto das Leben schwer. Buspläne gibt es nicht, die Busse fahren nur alle 30 Minuten und ansonsten hab ich hier meinen Lieblingsplatz auch noch nicht entdeckt.
Das ist auch der Grund, warum ich bisher an jedem Wochenende geflüchtet bin................ab ins Grüne, denn davon gibt es ja hier in der Gegend genug. Nationalparks ohne Ende, Flüsse, Wasserfälle, Wanderwege, die großen Seen, ......

lest mehr über meine Trips in der Region in meinem nächsten Bericht.......

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